Nachdem die erste Etappe gemütlich begann, startete der zweite Tag deutlich früher. Wir waren die ersten aus unserem Zimmer, die die Unterkunft verließen. Der Morgen präsentierte sich von seiner schönsten Seite, und besonders der Blick von der Brücke, die wir bald erreichten, war beeindruckend. Der Fluss und die steilen Felswände boten ein malerisches Panorama – ein perfekter Einstieg in den Tag.
GPS Daten von der zweiten Etappe des Camino Primitivo
Unser Weg führte uns bis nach Grado, einer kleinen Stadt, die für ihren traditionellen Wochenmarkt bekannt ist. Der “Mercado de Grado”, der sonntags und mittwochs stattfindet, ist eine der ältesten Handelsstätten in Asturien. Grado verbindet auf charmante Weise das Landleben mit städtischem Flair und liegt strategisch günstig zwischen den grünen Hügeln der Region.
Hier legten wir eine Frühstückspause in einem kleinen Café ein. Dabei merkten wir einmal mehr, dass unsere Englischkenntnisse in Spanien nur bedingt hilfreich sind. Doch mit Händen und Füßen ließ sich irgendwie alles regeln. Im Café erlebte ich dann auch eine kleine Anekdote, die ich nicht so schnell vergessen werde: Ich hatte die Herrentoilette aufgesucht, nur um festzustellen, dass es kein Toilettenpapier gab. Ein “Notruf” an Kathi war nötig, die mir schließlich aus der Damen-Toilette aushalf. Mein persönlicher Reisetipp für Grado: Prüft vor dem Gang auf die Toilette, ob Papier vorhanden ist!
Bilder von der zweiten Etappe auf dem Camino Primitivo
Der Anstieg beginnt
Nach unserem Abschied aus Grado begann der anstrengendere Teil der Etappe. Während der Weg bis Grado nahezu flach war, erwarteten uns nun über 400 Höhenmeter auf den nächsten 6 Kilometern – der einzige wirkliche Anstieg des Tages. Der Pfad führte uns durch dichte Wälder und kleine Weiler, typisch für die ursprüngliche Landschaft Asturiens. Vom höchsten Punkt der Strecke ging es dann nur noch bergab.
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Cornellana – Kloster und Ruhepause
Leider spielte das Wetter nach Grado nicht mehr mit. Es regnete immer wieder, und kurz vor Cornellana wurden die Schauer so heftig, dass wir uns entschieden, die Etappe hier zu beenden.
Cornellana ist vor allem für das beeindruckende Kloster San Salvador bekannt, das aus dem 11. Jahrhundert stammt. Das Kloster war einst ein wichtiges Pilgerzentrum und bietet heute einen Einblick in die religiöse Geschichte der Region. Seine romanischen und barocken Elemente ziehen Architekturbegeisterte an.
Wir buchten uns in eine private Unterkunft ein, genossen eine wohltuende warme Dusche und selbstgekochtes Essen. Die Zutaten dafür fand ich in einem kleinen Laden im Ort, dessen Auswahl zwar bescheiden, aber ausreichend war. Trotz des Regens war der Tag ein schönes Abenteuer, das wir am Ende in aller Ruhe ausklingen ließen.
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