In der Nacht hatte sich herausgestellt, dass meine Isomatte ein Loch hat. Ich musste mich mehrmals in der Nacht von der Isomatte runterrollen und sie neu aufpusten. Deswegen war ich nach dieser unruhigen Nacht auch bereits um 5 Uhr morgens mit meiner Stirnlampe wieder unterwegs auf dem Arizona Trail.

Ich glaube, ich werde das in Zukunft immer so machen. Die ersten paar Kilometer sind mir unglaublich leicht gefallen. Das hat auch dazu geführt, dass ich um 13 Uhr schon die ersten 24 Kilometer geschafft hatte und jetzt um 16 Uhr bereits das Zelt aufgebaut habe und insgesamt 32 km gemacht habe. Dabei war der Tag heute -von den Höhenmetern- schlimmer, als der Tag gestern.

Und so kommt es, dass ich jetzt schon auf meiner Isomatte liege. Dabei stoppe ich die Zeit, wie lange sie braucht, um die Luft zu verlieren, damit ich einen ungefähren Überblick darüber kriege. Wie viel Schlaf, ich heute in der Nacht bekomme? Weil flicken kann ich sie nicht. Erstens finde ich das Loch nicht und zweitens ist das Flickzeug in meinem Gepäckstück, was verloren gegangen ist.

Der Koffer ist wieder da…

Aber ihr werdet es nicht glauben. Ich habe mit der Airline telefoniert und mein Koffer ist wohl aufgetaucht. Und sie werden ihn nach Patagonia bringen. Ich habe dort für eine Nacht ein Hotelzimmer gebucht.
Ist das nicht meine erste Wahl gewesen, weil das gar nicht so günstig ist? Ja – aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich die ganzen Pakete dann von da aus verschicken kann, wird das sicher eine tolle Sache. Außerdem wird es eine Badewanne geben, in der ich hoffentlich die undichte Stelle meiner Isomatte finde. Die sich bildenden Luftblasen verraten wo sich das Loch befindet. Dank des Flickzeugs in meinem Koffer kann ich die Matte dann reparieren. Klappt das nicht muss ich die nächste Zeit wohl mit wenig Schlaf auskommen. Wie es ausschaut habe ich so anderthalb bis zwei Stunden Schlaf am Stück, dann berührt die Hüfte den Boden und ich bin wach.

Im schlechtesten Fall werde ich das so noch bis Colossal Cave durchziehen müssen. Das wäre der Stopp, wo mein nächstes Mail Drop Paket ankommt und von da ist es nicht so weit nach Tucson, wo sich auch der einzige Rei in der Umgebung befindet. Dann muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und eine neue Matte kaufen.

Heute irgendwann ist die Natur relativ grün geworden. Wenn ich das so sage, ist das aber mit Vorsicht zu genießen. Für Arizona ist es grün, aber dieses grün ist kein Vergleich mit dem von zu Hause. Die Äste, die hier sonst überall herumstehen hatten heute zum ersten Mal Blätter und sogar ein paar Sachen von den Dingern mit Stacheln haben angefangen Blätter zu haben. Was, das glaube ich, das erste Mal war. Abgesehen davon, findet man immer wieder vereinzelte Puzzleteile von Kühen und heute habe ich sogar eine ganze Horde Truthähne gesehen.

Ein kurzer Tag mit Aussicht auf eine Badewanne?

Morgen werde ich dann die letzten 5 km zur Straße wandern und von da aus hoffentlich per Anhalter bis zum Hotel mitfahren können. Ansonsten sind das von da wahrscheinlich noch mal 7 km. Also das könnte morgen ein ganz entspannter kurzer Tag werden.

Unterwegs sind mir heute einige neue Wanderer auf dem Arizona Trail begegnet – mittlerweile müssten wir bei 10 sein.

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Arizona Trail Tag 3
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